Warum ich bei DAB+ immer ein bisschen an Google+ denken muss

17.08.2011  |  Allgemein  |  Share

Google+ ist für Google der wiederholte Anlauf um den Social-Network-Markt zu erobern; wurde ja von vielen eingefordert. DAB+ ist für das Radio der wiederholte Anlauf um die Digitalwelt zu erobern; wurde ja auch von vielen eingefordert. Wenn ich mir den interessanten Blogartikel von Radiofan Christoph Till durchlese, dann merke ich, dass Google mit seinem Plus einen besseren Job macht. DAB+ ist doch im Grunde noch ziemlich verkopft und entspricht bisher nicht der Hörwelt der Radionutzer.

Christoph Till: Auch wenn viele Dinge gegen DAB+ sprechen, wie beispielsweise die mittlerweile weite Verbreitung von schnellem Internet, so kann DAB+ zumindest ein Übergangsstandard zwischen schnellem Internet und der derzeitigen Empfangssituation mit UKW sein. Die aufgeschaltenen Programme versprechen durchaus einen Mehrwert gegenüber der Empfangssituation mit UKW, wo es viele gleich strukturierte Programme gibt. DAB+ kann hier einige Dinge besser machen und so gegenüber UKW durchaus eine echte Konkurrenz aufbauen. Ich werde mir in jedem Fall ein DAB+ Gerät kaufen und den neuen Standard ausprobieren. Allerdings sollten die Macher schnell daran arbeiten, den Standard aufs Bundesgebiet auszudehnen. Die Internetkonkurrenz schläft nicht.
DAB+ – innovatives Übertragungsmedium oder Totgeburt?



2 Comments


  1. Ich kann mir ehrlich gesagt – leider – nicht mehr vorstellen, dass DAB, ob mit oder ohne +, in Deutschland noch so richtig abhebt. Ich hatte vor geschlagenen 15 Jahren beruflich mit DAB zu tun, und auch da war die Technik ja schon fast 10 Jahre alt. Leider ist in Deutschland ziemlich viel schief gelaufen, insbesondere was das (Nicht-)Zusammenspiel zwischen privaten und öffentlich-rechtlichen Sendern anging, und auch das Kompetenzwirrwarr zwischen Rundfunkrecht (Länder) und Frequenzvergabe (Bund) haben das ihre getan. Das hat damals kaum ein Ausländer verstanden, und Großbritannien mit BBC, OFCOM und kommerziellen Radiostationen haben vorgemacht, wie es hätte laufen können.

    1997 bei der DAB-Plattform in München habe ich vom Fraunhofer-Institut eine Diskette mit dem ersten MP3-Decoder bekommen – spätestens da war eigentlich klar, dass DAB mit dem MUSICAM Standard (MPEG 1 Layer 2) irgendwann Probleme bekommen würde. Und da war von mobilem Internet mit Megabit-Geschwindigkeiten noch nichts zu ahnen.

    Obwohl ich mich DAB immer noch verbunden fühle, habe ich den letzten Jahren nie das Bedürfnis gehabt, mir ein DAB-Radio zuzulegen – obwohl die ja schon seit geraumer Zeit zu bezahlbaren Preisen erhältlich sind. Wenn die Mobilfunknetze, vor allem auch der nächsten Generation(en), das verkraften, wird aus meiner Sicht mobiles Internetradio das größte Potenzial bieten. Denn die Stationen, die mich interessieren, fehlen leider alle in meinen lokalen DAB-Multiplexen – schade.

  2. Also ich finde DAB+ einen sehr interessanten Ansatz und in der Tat: 90elf ist das Hauptargument, dass DAB+ gelingen könnte. Internetradio über UMTS ist doch keine Lösung; ich kann mir nicht vorstellen, dass dafür die Kapazitäten reichen, wenn am Samstagnachmittag in einem Park zig Grillgemeinschaften über UMTS Radio hören.

    Einen klassischen Broadcast-Dienst wird es noch lange geben. DAB+ würde das Netz entlasten.

    Eine positive Erfahrung: Ich war heute bei Conrad und die Terratec-Noxon-Sticks, die ich noch letzte Woche sah, waren schon ausverkauft, sodass nachbestellt wurde. Ich selbst habe noch DAB-Geräte (ohne Plus). Ich habe diese gekauft, weil ich mit dem UKW-Empfang von Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur äußerst unzufrieden war. Es war eine Katastrophe. Mittlerweile wohne ich in einer Stadt, in der ich beide Programm wunderbar über UKW empfangen kann und da komme die 17 Jahre alte Stereoanlage mit Radio, Kassettendeck und CD-Laufwerk ins Spiel.

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  1. Was wird aus dem Digitalradio DAB+? | iowaandy's blog

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