Radiodämmerung

19.08.2011  |  Uncategorized  |  Share

Heute gibt es keine Programme mehr, die alle Hörer erreichen wollen. Die rund 50 öffentlich-rechtlichen und mehr als 200 privaten UKW-Hörfunkprogramme richten sich an begrenzte, mehr oder weniger werberelevante Zielgruppen, sind durchgehend formatiert und gegeneinander “geschärft”.

Wenn ich in dieser Woche schon mit vielen Radiolinks um die Ecke komme, darf auch dieser Artikel nicht fehlen: Radiodämmerung – von Heise Online. Hans-Jürgen Krug wartet mit einer lesenswerten geschichtlichen Abhandlung der jüngsten Rundfunkgeschichte in Deutschland auf. Wenn er schreibt “Das Medium Radio hängt im Ungewissen” kann ich ihm zustimmen, kann ahnen, was er meint.

Der Artikelende läßt mich aber ratlos zurück. So heißt es dort: “Das Medium Radio wird in seiner mehr als vierzigjährigen (UKW) Begleitform von vielen Seiten bedroht, seine Existenz als eigenständige, ganz eigene “Gattung” scheint auf dem Spiel zu stehen. Viele werden von den Veränderungen betroffen sein.” Muss Veränderung schlecht sein? Veränderung heißt zudem nicht, dass eine Gattung verschwindet. Auch wenn das der Unterton von Krug dies vermuten lässt. Seine Hinführungen in dem Artikel belegen seinen Ton nicht. Ob Krug vielleicht gar kein Radio mag?



1 Comment


  1. Vielleicht sollte man das gar nicht so sehr auf “Radio” fokussieren – es trifft in weiten Teilen auf den Rundfunk (inkl. TV) allgemein zu.

    Wichtig scheint mir – gerade im Hinblick auf die geplante Haushaltsabgabe – eine generelle Neuausrichtung der Institutionen – unter größtmöglicher Mitwirkung der Gesellschaft und weitestgehender Parteien- und Lobby-Ferne. Denn gemosert wird zwar überall und laut, aber was denkt und will die “schweigende Mehrheit”? Hat der Rundfunk bisher fälschlicherweise nur auf die Lautesten gehört und nicht auf die Meisten?

    Ein paar grundsätzliche Gedanken dazu hier:
    http://fastvoice.net/2011/08/18/die-rundfunk-haushaltsabgabe-braucht-eine-neue-legitimation/

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